Wer jetzt kein Haus hat, baut…

… keines mehr? Oder erst recht!

Seite 32 von 48

Project-Immobilien in Teilen insolvent

So das Handelsblatt heute.

Fast hätten wir damals eine Wohnung bei Projekt-Immobilien gekauft statt in der Ansbacher Str.. Sie war schon reserviert, doch bei weiterer Prüfung viel zu klein, weil bei der Berechnung der Wohnfläche noch der recht große Gartenanteil mit berücksichtigt wurde. Die 500.- Euro Anzahlung, die wir nicht zurück bekamen, waren trotzdem gut angelegt. Von dem Project-Verkäufer erhielten wir die Visitenkarte unseres Finanz-Man von Hüthig&Rompf. Ohne den Projekt-Vertreter wären wir nie auf die Idee gekommen, zu so einem Baufinanzieringsvermittler zu gehen. Und ohne unseren Finanz-Man dort hätten wir vermutlich keinen Kredit bekommen, und schon gar nicht mit solchen Zinsen, bei der Wohnung und auch jetzt beim Hausbau. Projekt-Immobilien fand ich vom Angebot immer interessant und auch seriös – schade… und mal sehn wie sich das entwickelt.

Wohnen und Bauen im schönsten Museum – Bautag 31

Besuch im Museum für Alltagsgeschichte in Waldenbuch. Die Starmix-Werbung aus den 1950ern wird leider nicht mehr gezeigt. Dafür reichlich anderes.

Bei den vielen Bränden um unser Haus herum, sollten wir uns mit dem heiligen Florian gutstellen.
So eins haben wir schon bei einem wundervollen Athen-Besuch bekommen und es wird gleich in der Einfahrt hängen.
4% – heute ganz anders…
Bei uns muss niemand in den Keller, zu den Vorräten geht es über die Terrasse in den Kühlraum.
Solche Regale suche ich noch.
In unserem Wohnzimmer wird es keinen Fernseher mehr geben. Geplant sind Beamer und Leinwand für Filmabende.
So könnte ich mir auch den Ort für mein Gemüse vorstellen.

Bautag 30

Es nieselt morgens, eigentlich war doch die neue Hitzewelle angekündigt. Dachte ich.

Auf der Baustelle hier gegenüber ging die Arbeit um 8 los. Heute leises Werkeln ohne Musik. Wenn die Arbeit laut wird, wird die Musik noch lauter. Der Bass geht mir dann durch und durch. Techno ist eine Plage. Noch schlimmer als der Heavy Metal-Sender, den mein Fahrlehrer hörte. Ich hoffe für unsere Nachbarn, der Musikgeschmack unserer Bauarbeiter ist erträglicher.

Die ING schickt eine Mail, diesmal an Astrid. Jetzt wird deutlich worauf die ING hinaus möchte. Wir sollen nun zuerst unser Eigenkapital einsetzen. Davon war bisher nie die Rede (auch wenn ich es aus Sicht der ING durchaus nachvollziehen kann). Mitten im Projekt ist das ein günstiger Zeitpunkt für die ING, sich darauf zu beziehen. Wir zahlen dann erstmal für ein Jahr weiter Zinsen samt Bereitstellungszinsen und da wir das Darlehen nicht vollständig abrufen dürfen, können wir auch nicht mit der Rückzahlung beginnen. Die (Bereitstellungs-)Zinszahlungen summieren sich…. Die ING sieht das anders: „So reduzieren Sie auch Ihre Kosten während der Bauphase.“ Wir werden überlegen wie wir damit umgehen.

Immer wieder denke ich an Mandanten, die ich lange begleitet habe. Vielleicht leben sie gar nicht mehr. Letztlich sind sie ganz gut aus einem windigen Bankgeschäft rausgekommen. Ein Ehepaar aus Ostberlin, gerade im Rentenalter, beide amtlich als „intelligenzgemindert“ eingestuft. Er war vielleicht nur unvorstellbar schüchtern und sie hatte wahrscheinlich nie eine Chance. Sie war durchaus pfiffig und hatte in der Ehe die Führung übernommen. Die beiden bekamen von der Citi-Bank einen Kredit für einen Wohnwagen. Beide haben sich damit einen Lebenstraum verwirklicht. Es war von Anfang offensichtlich, dass sie mit der „Rente mit HartzIV-Aufstockung“ nie die 10.000 EUR zurückzahlen werden können. Irgendwann waren die Schulden trotz monatlicher Zahlungen weit höher als die ursprüngliche Kreditsumme. Die Citi-Bank wurde wegen dieses Geschäftsmodell in den Medien schon zerrissen. Sie machte aber trotzdem Druck auf mein Ehepaar, stellte den gesamten Betrag fällig. Ich kann mich nicht mehr an die Details erinnern, doch irgendwie waren sie nach einigem anwaltlichem Briefwechsel bereit, eine monatliche Rückzahlungssumme von 10.- EUR zu akzeptieren. Die zwei behielten ihren Wohnwagen, mussten weder vor Gericht streiten noch Verbraucherinsolvenz anmelden. Die Frau konnte irgendwann trotz eines Herzinfarkts auch wieder an den Tanzabenden der Campinggemeinde teilnehmen. Er traute sich aber bis zuletzt nicht, auch nur ein Wort in meiner Gegenwart zu sprechen oder mir Post in den Briefkasten zu werfen, wenn ich am Kanzleifenster stand.

Am Nachmittag haben wir den Kran und die Fortschritte vor Ort bestaunt. Die Arbeiter waren heute gar nicht da – so unser Nachbar.

Unser Rohbauer hat nun seine Schilder aufgestellt.
Die Maße unseres Krans
Wem wohl die Regenbogenfahne gehört und warum sie da hängt?
Blick über die Baustelle
An der neongelben Markierung an dem Balken vermute ich mein Arbeitszimmer.
Die Bauarbeiter haben eine Leiter. Wir müssen immer das Möuerchen hochklettern – und wir dürfen auch bei den Nachbarn übers Grundstück.

Es liegt bestimmt nur am Mond

Die ING hatte wieder Neuigkeiten für mich – und ich habe wohl wissend bis nachmittags gewartet sie zu erfahren. In unserer Postbox lag dasselbe nebulöse Schreiben wie vor drei Tagen – nur mit neuem Datum. Als hätte es meine Nachfragen nie gegeben. Telefonisch wurde ich dann sofort abgebügelt. Wir nutzen seit 10 Jahren dieselben (Astrids) Zugangsdaten – bis heute war es nie ein Problem. Heute habe ich noch nicht mal allgemeine Infos bekommen. Es wurde noch nicht mal meine Bitte, dieses Durcheinander zu prüfen aufgenommen: Weil ich nicht Astrid bin, weil ich nicht über die Telefonapp anrufe (es soll sicherer sein, wenn alle Daten im Handy sind?), auch keine Einmal-Pin bekommen habe (von wem?) und meine Telefonnummer nicht hinterlegt sei. Dass ich bereits alle möglichen sonstigen Sicherheitsabfragen absolviert habe, interessierte nicht mehr…Schade, dass der „Qualitätsmitschnitt“ bei der ING bleibt. Die Bürgschaft kam heute unerwartet mit der Post – das ist extrem ungewöhnlich und hätte uns ja auch mal jemand mitteilen können. Auch der ING-Telefonservice hätte mit dieser allgemeinen Info, sicher kein datenschutzrechtliches Vergehen begannen. Es ist erschreckend wie wenig beweglich Telefonservicemutarbeitende häufig sind. Und wie sie keine Lösungen anbieten können oder wollen. Astrids intensive und nun schon mehrmonatige Telefonfreundschaft mit Vodafone könnte einen ganzen blog füllen – und ist noch nicht zu Ende, eine neue Fritzbox noch immer nicht da. Es ist das allumfassende Desinteresse am anderen Ende der Leitungen, das mich aufreibt. Es auf das System zu schieben, eine gleichermaßen entfremdete Ausrede – aus was als vielen einzelnen Menschen besteht das System? Nach dem Anruf beim Strato-Service habe umgehend meinen Vertrag gekündigt. Nach 15 Jahren. Das war mir heute zu viel. Magic Cleaning. Wenn das so leicht wäre. Prompt kommt die EnBW mit neuem Vertrag und bietet mir den Service ab sofort 97 Euro monatlich für Strom abzubuchen. Ich müsste nur… Wenn ich die 10 kleingedruckten Seiten beim Überfliegen grob verstanden habe, sind in den 97 schon 2 Euro Strompreisbremsenrabatt abgezogen. Ein Schnäppchen sozusagen. Ich richte einen Dauerauftrag ein.

Zwischen all dem konnte ich heute nicht mehr die Augen davor verschließen, dass mein Macbook endgültig zu alt ist mit seinen 10 Jahren. Beim elektronischen Anwaltspostfach ging nun absolut gar nichts mehr. Ohne große Recherchen habe ich bei rebuy zwar kein neues, doch neueres bestellt. Und wenn es erst mal losgeht… die Autowerkstatt meinte beim Ölwechsel heute zu Astrid, dass Walli neue Reifen braucht. In alten Filmen kommen dann noch Winterstiefel für die Kinder dazu oder der Kühlschrank geht kaputt.

Der große Mond ist erst heute Nacht. Vielleicht liegt alles ja daran…. Morgen wird es sicher wieder anders…

Bücher statt Luxus

„Die Berliner Zentral- und Landesbibliothek könnte in die Galeries Lafayette an der Friedrichstraße ziehen. Das Gebäude würde wie angegossen passen.“

Und weiter:

„Jean Nouvels Schimmernder Bau für die Galerie Lafayettes gilt bis heute als einer der wenigen international vorzeigbaren Kommerzbauten der ersten Jahre nach dem Zusammenbruch der DDR.“

Faz, 31.08.2023

2024 soll das Lafayette schließen. Vor einigen Monaten wurde schon die U-Bahn „Französische Straße“ dicht gemacht. Und die Friedrichstraße selbst, mit dem ständigen hin und her zur verkehrsberuhigten Straße, nicht nur auto-, sondern auch menschenleer.

In der Gourmet-Abteilung im Keller habe ich meine Liebe zu schwerem französischen Rotwein entdeckt. Und meine tiefe Abneigung gegen jede Art von Schimmelkäse. Hier haben wir den Abschluss des Kaufvertrages über unsere Wohnung gefeiert.

Am 29.09. wäre dann wohl die letzte Chance für „Soiree des Vines“… ob ich diesem Anflug von Heimweh nachgebe und spontan nach Berlin fahre… da wäre dann auch noch die Klimt-Ausstellung…

Heute Nacht war „blauer Mond“ und nicht angekündigtes Gewitter – dabei war es recht kühl. Habe unter der Sommerdecke zum ersten Mal gefroren und geträumt, dass Astrid und ich und ein paar andere ein Lied schreiben und zum ESC fahren. Vielleicht ein Ruf der Großstadt…

Der Kran steht!

Und auch der Technikraum. Unser Nachbar hat Bilder geschickt.

… noch auf Holz…
Der Kran noch im Liegen
Wimmelbild
Im Aufrichten
Unser hart erkämpfter Kran ragt über den ganzen Ort hinaus
Unser Kran aus der Nähe
Unser Technikraum, hier zieht die Wärmepumpe ein

Alle Absperrungen sind weg – Bautag 27

Astrid ruft kurz nach 9 beim Amtsleiter Verkehr in TBB an. Nein, wir können noch nicht anfangen, den Kran aufzubauen. Er wartet noch auf die Zustimmung der Polizei. Welche Polizei das nun ist, ist mir nicht klar – das Verkehrsamt ist ja auch Sicherheitsbehörde. Wenn es nur irgendwie gut geht… die Bauarbeiter haben jedenfalls noch Arbeit gefunden um die Zeit zu überbrücken. Es geht langsam weiter.

In der Nacht wurden alle Straßenabsperrungen und -schilder geklaut. Nicht nur bei uns, sondern auch an der Brandruine. Ein (weiterer?) besorgter Bürger, der seine Freiheit liebt und sie nicht durch staatlich angeordnete Schilder (und vermutlich auch Masken) verteidigen will? Wozu klaut jemand Absperrungen und Schilder? Und irgendwie seltsam, dass es niemand bemerkt hat. Die Polizei wird vermutlich nicht mehr tun (können) als den Diebstahl aufzunehmen. Diese Aktion nimmt mir wieder ein Stück der Illusion vom friedvollen Landleben.

Der Walzenbach Zimmermann schickt den unterschriebenen Vertrag. Ein Lichtblick heute. Doch wieder eine Bürgschaft – dabei zerren wir uns mit der ING noch wegen der für den Rohbauer rum…. Die ING hat zumindest ein Avalkonto angelegt, aber nichts schriftlich dazu mitgeteilt. Auch auf die angekündigte Auszahlung der einbehaltenen Kaufpreiszahlung warten wir noch. Ich bin genervt. Doch wir müssen ja nun noch einige Jahre mit der ING auskommen. Sie hat uns in der Hand – ich muss mich zusammenreißen. Gerade teilt mir die ING per mail noch mit „Wir haben Neuigkeiten für Sie“. Mir ist erst morgen wieder nach ING-Neuigkeiten.

Zwei Fensterbauer haben nun Angebote geschickt. Die Preise liegen 40% über der Budgetplanung. Noch ein deutlich 6-stelliger Posten. Glas zählt zur energieintensiven Industrie, wenn erstmal überall Windräder stehen oder Söder die Atomkraftwerke wieder angeschaltet hat, wird es sicher wieder günstiger. So lange können wir aber nicht warten. Da müssen wir nun durch. Unser Bauleiter hat die Fensterbauer gebeten, ihre Angebote auf Einsparpotential zu prüfen.

Zum Trost habe ich mir heute den FireGlobe von Eva Solo gekauft, um den ich schon lange kreise. Jetzt als Auslaufmodell außerordentlich reduziert.

Und: Wir werden weiter bei Ebay, das jetzt nur noch Kleinanzeigen heißt, einstellen. Einnahmen heute: 10.- Euro für den Verkauf von Astrids Campinghängematte. Ich denke regelmäßig an unseren Architekten der mal sinngemäß meinte, nur weil wir beim Bauen mit immensen Beträgen um uns werfen, wäre es trotzdem angebracht weiterhin die Preise bei Tomaten zu vergleichen. Kleinvieh macht auch Mist. Wir bleiben dran.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Learn more in YouTube’s privacy policy.

Damit können wir uns nicht rausreden…

Hoffnung für die Vollsperrung

Astrid telefoniert mit der Gemeinde und dem Landratsamt. Beide haben nochmal mit der Nachbarin gesprochen.
Die Gemeindemitarbeiterin deutet an, dass die Nachbarin uns alle gegeneinander ausspielt. Das gibt eine lustige Nachbarschaft.

Der Amtsleiter Verkehr beim LRA bereitet die Vollsperrung vor, möchte aber noch nichts versprechen. Er möchte noch das mit der Feuerwehr geklärt haben. Die Gemeinde hat schon vorgearbeitet. Die Feuerwehr ist informiert. Seltsam, dass ich mich erst daran erinnert habe, dass ich beim LRA in TBB Referendariat gemacht habe. Erst in einer seltsamen Abteilung, die mir noch seltsamere Aufgaben gab – ich erinnere mich an eine komplexe namensrechtliche Entscheidung, dann was mit Steuern. Da habe ich um Versetzung gebeten. Ich kam (zur Strafe?) ins Baureferat. Die Chefin galt dort als sehr schwierig und war gefürchtet. Ich bin sehr gut mit ihr ausgekommen – sie ist jetzt nicht mehr da. Viellicht wäre sie schon gegen die Brandruine gegenüber der Nachbarin M aktiv geworden, hätte die Gefahrenquelle mit Ersatzvornahme beseitigt. Damit hätte sie sich bestimmt an vielen Stellen noch etwas unbeliebter gemacht. So hat nun auch unser Rohbauer bereits auf zwei Ausschreibungen zur Absicherung der Brandruine ein Angebot abgegeben, doch es ist nichts passiert…

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen.
Learn more in YouTube’s privacy policy.

Wenn ich Königin von Deutschland wär….

An der Baustelle wurde lt. Bauleiter heute doch ein wenig gearbeitet. Am Freitag sind sie wegen des heftigen Regens nicht ganz fertig geworden.

Bautag 26

Ist gar kein Bautag. Bevor der Kran nicht steht, geht es nicht weiter. Wir warten auf die Entscheidung des Landratsamtes zur Straßensperrung.

Mantelverordnung für Ersatzbaustoffe und Bodenschutz

Baubranche kritisiert verschärfte Schutt-Vorschriften

Ntv.de, 27.08.2023

Natürlich. Zu Recht oder Unrecht – keine Ahnung. Jedenfalls ist schon der Aushub eines seit Jahrzehnten brachliegenden Weinbergs, der ursprünglich der Gemeinde gehört hat, eine echte (insbesondere finanzielle) Herausforderung. Eine Blackbox voller Unsicherheiten. Wo unser bröseliger Fels letztlich gelandet ist, weiß ich nicht. Eine Rechnung haben wir bisher von nirgends erhalten.

Die Verordnung tritt diesen Monat in Kraft – zwei Jahre nach ihrer Verkündung. Ziel: Mehr Recycling am Bau.

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »